Das „kleine“ Problem

Sechs Wochen alt - noch keine Gefahr

Sechs Wochen alt – noch keine Gefahr

Die wohl komplizierteste Aufgabe – zumindest so lange alle Kaninchen gesund und munter sind – ist die korrekte Bestimmung der Jungtiere in Männchen und Weibchen. Gerade, wenn der Nachwuchs noch sehr jung ist, ist dies eher eine Lotterie. Trotzdem steht man ja vor der Aufgabe, die Kleinen im Alter von etwa drei Monaten entsprechend zu trennen, da man sonst Gefahr läuft, plötzlich geschlechtsreif gewordene Tiere wild durcheinander auf einem Haufen zu haben. Es kann dann schon passieren, dass die Natur ihren Lauf nimmt.

Das will natürlich so niemand. Einerseits, weil man schon die Kontrolle über die Vermehrung behalten will. Und noch wichtiger: Geschwister-Paarungen sind nicht gerade etwas Erstrebenswertes. Im Zweifel ist das einem Kaninchen aber eben egal – von den potenziellen Folgen können sie ja nichts wissen. Hinzu kommt, dass die Mädels mit wenigen Monaten schlicht noch zu jung für Nachwuchs sind und die Risiken für sie schlicht zu groß sind.

Uns ist es gerade mit den Mai-Würfen passiert, dass da wieder einiges durcheinander geriet. Nun könnte man annehmen, dass dies unserer unzulänglichen Erfahrung geschuldet ist. Doch nicht nur wir lagen falsch. Auch ein erfahrener Züchter aus dem Verein, der für die Tätowierungen der Jungtiere zuständig ist und somit quasi seit Jahren jedes Jungtier in der Umgebung in die Hände bekommt, hat sich in einigen Fällen schlicht vertan. Da waren die Tiere immerhin schon elf Wochen alt.

Uns fiel die ganze Sache im Grunde nur dadurch auf, dass zwei vermeintliche Mädchen, die ruhig noch etwas länger zusammen bleiben sollten, etwas seltsam miteinander umgingen. Nicht in ihrem Stall – hier standen vermutlich die Erinnerungen an die Kinderstube noch im Vordergrund. Kaum waren die beiden aber im Auslauf auf der Wiese, ging die ziemlich markante Kaninchen-Flirterei los. Also nochmal genau nachgeschaut und tatsächlich: Mädchen und Junge. Eine Kontrolle bei den als Rammler eingestuften Tieren brachte nun ebenfalls eines hervor, das auch ein Mädchen sein könnte. Seit einiger Zeit sind jetzt also erst einmal alle komplett getrennt. Sicher ist sicher. Eine weitere Nachkontrolle am letzten Wochenende brachte nun schon mehr Sicherheit – allerdings werden die Kleinen auch bald ein halbes Jahr alt sein.

Wenn es die Gelegenheit zulässt, werden wir dann auch mal versuchen, Fotos zu machen und so gut es geht zu zeigen, wie die Geschlechtsbestimmung zumindest recht wahrscheinlich funktioniert – das dann aber trotz allem ohne Garantie. Aus Gründen.

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